Verlagerung Alpentransit

Alpenquerender Güterverkehr: Die Verlagerung gemeinsam angehen

3. April 2025

Der Strassengüterverkehr und seine Auswirkungen auf die Umwelt stellen eine der grössten Herausforderungen für die Alpenländer dar. Die gemeinsame Erklärung der Alpenregionen iMONITRAF! definiert seit 2008 Massnahmen für eine nachhaltige Verkehrspolitik. Der aktuelle Jahresbericht fasst das Monitoring und die Aktivitäten des Jahres 2024 zusammen.


Güter auf der Schiene auf der Lötschberg-Südrampe: In der Schweiz ist die Verlagerungspolitik in den Zahlen sichtbar. (Foto: Keystone / Laif / Berthold Steinhilber)
Güter auf der Schiene auf der Lötschberg-Südrampe: In der Schweiz ist die Verlagerungspolitik in den Zahlen sichtbar. (Foto: Keystone / Laif / Berthold Steinhilber)

Die Alpenregionen entlang der wichtigsten Transitkorridore setzen sich im Netzwerk iMONITRAF! für nachhaltige Verkehrslösungen auf nationaler, makroregionaler und europäischer Ebene ein. 2005 wurde iMONITRAF! gegründet, 2008 hielten die Mitglieder in einer gemeinsamen Erklärung Massnahmen fest. iMONITRAF hat sich zu einer zentralen Plattform für die Entwicklung koordinierter und effektiver Verkehrsstrategien entwickelt. Das Netzwerk fördert die Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträger:innen und Expert:innen, um gemeinsame Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen. INFRAS und Climonomics unterstützen das Netzwerk sowohl inhaltlich als auch organisatorisch.

Herausforderungen bleiben gross

Der Jahresbericht 2024 zeigt: das Verkehrsaufkommen auf den alpinen Strassenkorridoren ist weiterhin hoch. Es werden aber auch Unterschiede deutlich. Auf dem Brenner ist die Verkehrssituation mit insgesamt rund 32’000 Fahrzeugen und davon rund 7'200 schweren Nutzfahrzeugen pro Tag sehr angespannt. Ebenfalls vom Strassenverkehr hoch belastet sind Ventimiglia und Tarvisio.


Grafik: iMONITRAF!
Grafik: iMONITRAF!

Am Gotthard hingegen ist die Anzahl schwerer Nutzfahrzeuge seit 2005 rückläufig. Die Verlagerungsbemühungen der Schweiz sind sichtbar: Am Simplon und Gotthard hat der Schienengüterverkehr einen Anteil von 89 bzw. 71 Prozent. Allerdings bleiben auch in der Schweiz die Herausforderungen gross und betreffen insbesondere die Bautätigkeiten und entsprechenden Einschränkungen für den Schienengüterverkehr auf den internationalen Güterverkehrskorridoren. Dies geht auch aus dem aktuellen 2. Semesterbericht des Bundesamts für Verkehr zum alpenquerenden Güterverkehr hervor.

Engagement weiter fortsetzen

Die Verlagerungsbemühungen der Alpenregionen sind fortzusetzen, wie der iMONITRAF!-Jahresbericht festhält. Ein wichtiger Ansatz ist die Förderung des Kombinierten Verkehrs und die international abgestimmte Kapazitätsplanung für den Schienengüterverkehr. Baustellen führen immer wieder zu Einschränkungen. Zentral für einen effizienten Schienengüterverkehr ist es, dass es auch auf Umleitungsstrecken genügend Kapazitäten gibt, und dass die Bautätigkeiten aufeinander abgestimmt sind.

Weitere Informationen:

Weitere INFRAS-Beiträge zum alpenquerenden Güterverkehr:

Projektteam

Anne Greinus Geschäftsleiterin, Partnerin
Ursina Walther Projektleiterin

Projekt

iMONITRAF! Jahresbericht 2024

Laufzeit

2023 - 2025

Themen


Leistungen


Auftraggeber

Land Tirol, Kanton Uri

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Kontakt

Anne Greinus Geschäftsleiterin, Partnerin